Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2010 angezeigt.

Geschichte - Happy Kalloreen

Sechs Kilo Süßigkeiten! Das ist das Ergebnis des Raubzuges, den unsere beiden Kinder in der Nachbarschaft am 31.10. durchgezogen haben. Nicht schlecht für zweieinhalb Stunden Fußmarsch von Klingel zu Klingel.




Die Kostümierung verlief wie jedes Jahr chaotisch eine knappe Stunde vorher ohne Planung mit vorhandenen Kostümresten und Schminke. Da mein Sohn natürlich keinen einzigen Gedanken an sein Kostüm verschwendet hatte, ging er wie jedes Jahr als Tod. Ein schwarzes Bettlaken diente als Umhang und sein Gesicht wurde weiß geschminkt. Was jetzt fehlte war eine Sense. Pragmatisch veranlagt schlug er vor, die Gartensense zu nehmen, was aber nach kurzer Überlegung meinerseits ob der scharfen Schnittkante des Gartengerätes negativ beschieden wurde. Das darauf folgende Schmollen konnte ich nur unterbrechen, indem ich unter Aufbietung all meiner Bastelkenntnisse eine Sense aus Pappe mit Alufolie und Klebeband zauberte. Derart ausgestattet verflog die schlechte Laune und das lustige Trick and …

Geschichte - Herbstgedanken

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Wenn die Blätter sich verfärben, die Mücken verschwinden, die Sonne am Abend in diesen wunderschönen Farben leuchtet und die Temperaturen langsam sinken, so dass das erste Eis an den Autoscheiben gefriert.


Was wurde der Herbst schon in Gedichten beschrieben und in Liedern besungen. 13.400.000 Suchergebnisse finden sich alleine bei Google zum Thema. Ich verbinde mit dem Herbst Gerüche, Farben und Geräusche. Laub hat einen eigenen Geruch, eine Mischung aus Erde und dieser Quintessenz aus der Verwesung der Blätter. Als Kind war es immer ein Vergnügen mit den Füßen durch die bodenbedeckende Schicht zu schlenzen und die Blätter aufzuwirbeln. So wurde auch der Geruch verteilt und senkte sich erst langsam mit dem herab fallenden Laub. Wenn ich heute an einem Laubhaufen vorbeigehe, atme ich diesen intensiven Kindheitshauch ein und freue mich. Wenn es denn noch Laubhaufen geben würde. Der faule Mensch hat auch hier eine Lösung gefunden, die Arbeit zu …

Geschichte - Wochenbeginn

Nun ist wieder Montag und die Woche beginnt von neuem. Müde stehen wir auf und machen uns bereit, am ersten Tag der Woche unser Tagewerk zu beginnen. Aber stimmt das auch wirklich? Beginnt die Woche am Montag?




Nach einer kurzen Internetrecherche finde ich folgende zusammengefassten Aussagen: Laut altem Testament gilt der Sonnabend, an dem Gott sich nach getaner Arbeit ausruhen musste, als siebenter Tag, dem sogenannten Sabbath. Dieser entspricht unserem Samstag. In der christlichen Religion wurde der Tag der Auferstehung, als erster Tage der Woche, zum Ruhetag erklärt. In der islamischen Religion ist der Freitag ein Ruhetag. Der Sonntag gilt in den meisten Ländern der Erde als Wochenbeginn, in der Geschäftswelt der Montag und in arabischen Ländern der Sonnabend. So betrachtet, fängt also die Woche in den meisten Ländern mit einem Ruhetag an. Das würde mir auch gut gefallen. Warum ist dann für mich der Montag der gefühlte Wochenbeginn? Da ist einfach eine mentale Sperre, die mir sagt,…

Geschichte - Botanische Qualen

Um das schöne Herbstwetter auszunutzen haben wir gestern spontan einen Ausflug in den Botanischen Garten veranstaltet. Für den Zoo sind die Kinder zu alt und da wir früher immer sehr gerne mit dem Kinderwagen im Botanischen Garten spazierten, wollten wir diese Erinnerung mit unseren halbwüchsigen Kindern wiederholen.

Die Fahrt verlief sehr ruhig, da die Kinder sich noch Zuhause so zerstritten hatten, dass sie nicht mehr miteinander sprachen. Mein Sohn war wie immer gegen den Ausflug, jedes mal sträubt er sich am Anfang gegen alles was wir vorschlagen, um dann zum Schluss der Begeisterteste von allen zu sein. Diese schlechte Laune ließ er an seiner Schwester aus, die dann ihrerseits reagierte und die Emotionen hoch kochten. Begleitet von diversen, negativen Kommentaren der Kinder stellten wir uns bei der Schlange vor dem Eingang an. Mir war gar nicht bewusst, dass der Botanische Garten mitten in der Woche solche Besuchermassen anzieht. Eine gefühlte Stunde später und den Wortschatz mi…

Geschichte - Handy vergessen

Heute ist es mir wieder passiert. Meine Frau hat mich in der Firma angerufen, um mir zu sagen dass ich mein Handy vergessen habe. Welch eine Freude! Endlich einmal nicht erreichbar. Kein Klingeln in unpassenden Situationen, keine Gespräche, die sich darum drehen, wann wer wo ist, oder wann wer wohin kommt.

Wirklich gebraucht habe ich das Ding eigentlich noch nie. Bei meinem großen Autounfall war der Akku alle, so dass ich von einer Kneipe in der Nähe den ADAC angerufen habe. Da hätte ich es brauchen können und trotzdem auch ohne überlebt. Sicher gibt es Situationen wo das Handy sinnvoll ist, für Außendienstmitarbeiter in Firmen inzwischen unerlässlich, aber der Normalverbraucher braucht es einfach nicht. In meiner Umgebung hat jeder zweite ein IPhone, diesen schweren Knochen, mit dem kaum einer telefoniert, sondern die vielen kleinen Helferlein benutzt, die dort Apps heißen. Früher haben wir mit dem Wort das Alan Parsons Project verknüpft, schade dass es jetzt mit diesen zu 99 % sin…

Arbeitsweg III

Nach einer meistens, ereignislosen Fahrt und 50 Seiten im jeweiligen, aktuellen Buch weiter, kann das dritte Spiel des Tages beginnen, wenn der Zug in den Bahnhof eingefahren ist.





Miss S-Bahn-Treppe:
Nachdem die S-Bahn angehalten hat, strömen die Menschen hastig zur einzigen Treppe auf dem Bahnhof. Diese führt in eine Fußgängerunterführung hinab, die sich nach links und rechts verzweigt. Mein Weg geht immer nach links, zu einer weiteren Treppe, auf der ich schließlich wieder zur Oberfläche gelange. Um mir die Zeit des Treppensteigens zu verkürzen, spiele ich hier immer das Miss S-Bahn-Treppen-Spiel. Es geht um die schönste Frau, die vor mir läuft. Sie muss nicht unbedingt die schönsten Beine oder den hübschesten Po haben, darauf kommt es nicht so sehr an. Wichtiger ist, wie ich mir ihr Gesicht anhand der Frisur vorstelle, wie ihr Gang ist, wie sie ihre Arme bewegt, mit welchem Tempo sie die Treppenstufen herab schreitet. Eben all die Kleinigkeiten, die einen Menschen ausmachen, fernab …

Arbeitsweg II

Weiter geht es auf meinem Weg zur S-Bahn und somit auch zum zweiten Spiel des Tages. Es beginnt immer dann, wenn der Zug in den Bahnhof einfährt.






Tür auf / Tür zu
Ich bevorzuge immer dieselbe Stelle um in den Zug einzusteigen. Der erste Wagen ist meist zu voll, aber sehr weit nach hinten möchte ich auch nicht auf dem Bahnsteig laufen, so dass ich mich meistens für die mittlere Tür vom zweiten Waggon entscheide. Dann kommt das Spiel. Wird jemand aus dieser Tür aussteigen? Wenn niemand aussteigt, muss ich vorher nein getippt haben, dann ist das Spiel gewonnen. Da unser Bahnhof nicht sehr gut besucht ist, wähle ich meistens diese Variante und sacke somit fast immer einen Gewinn ein. Aber wenn ich die zweite, ungleich schwierigere Variante ja wähle, muss ein Fahrgast aussteigen. Jetzt kommt es darauf an, wer als erstes den Knopf betätigt, um die Tür zu öffnen. Es erscheint ein grünes Licht, das die Öffnungsbereitschaft der Tür anzeigt. Ich bin eher der Typ Sofortdrücker, daher ist die Hera…

Arbeitsweg I

Der Weg zur und von der Arbeit, dieses griesgrämige und gleichförmige dahinschleppen, unterbrochen nur von den kleinen Gedankenspielen die wohl jeder ausgrübelt, um der Langeweile zu entfliehen. Bei mir fangen diese mit der ersten Verkehrsampel an.



Ampellotto:
Ich fahre mit der S-Bahn zur Arbeit, muss also einen Fußweg absolvieren um diese zu erreichen. Immer bei der ersten Ampel auf diesem Weg spiele ich Lotto. Es ist eine Fußgängerübergangsampel, das heißt ich kann mit einem Knopfdruck den gesamten Straßenverkehr für kurze Zeit anhalten. Diese Machtinstrument ermöglicht mir mein erstes kleines Spiel. Wenn die Ampel nach dem Knopfdruck auf rot springt, entscheidet das Auto an der Haltelinie, ob ich gewonnen oder verloren habe. Vorher überlege ich mir, ob gerade oder ungerade gewinnt. Das füllt meistens schon die Gedanken des Fußwegs bis zur Ampel. Dann fällt mein Blick auf das Kennzeichen des ersten stehenden Fahrzeugs und dort die erste Zahl. Wenn ich gewinne, gehe ich über die Ampel…