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Arbeitsweg III

Nach einer meistens, ereignislosen Fahrt und 50 Seiten im jeweiligen, aktuellen Buch weiter, kann das dritte Spiel des Tages beginnen, wenn der Zug in den Bahnhof eingefahren ist.





Miss S-Bahn-Treppe:
Nachdem die S-Bahn angehalten hat, strömen die Menschen hastig zur einzigen Treppe auf dem Bahnhof. Diese führt in eine Fußgängerunterführung hinab, die sich nach links und rechts verzweigt. Mein Weg geht immer nach links, zu einer weiteren Treppe, auf der ich schließlich wieder zur Oberfläche gelange. Um mir die Zeit des Treppensteigens zu verkürzen, spiele ich hier immer das Miss S-Bahn-Treppen-Spiel. Es geht um die schönste Frau, die vor mir läuft. Sie muss nicht unbedingt die schönsten Beine oder den hübschesten Po haben, darauf kommt es nicht so sehr an. Wichtiger ist, wie ich mir ihr Gesicht anhand der Frisur vorstelle, wie ihr Gang ist, wie sie ihre Arme bewegt, mit welchem Tempo sie die Treppenstufen herab schreitet. Eben all die Kleinigkeiten, die einen Menschen ausmachen, fernab der Modell- und Castingwelt. Die Entscheidung muss auch schnell gefällt werden, da die Treppen nicht besonders lang sind. Was mich wundert ist, dass ich bisher nie dieselbe Frau zweimal zur Miss-Treppe gewählt habe. Oft frage ich mich, was die betreffende Schönheit zu meiner Wahl sagen würde, aber angesprochen habe ich noch keine. Nachdem ich meiner Frau von diesem Spiel erzählte, beschimpfte sie mich als sexistisch, so dass ich ab da auch die Männer beurteile, was mir aber nicht sehr schwer fällt, wenn ich meine eigene Figur als Maßstab verwende.

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Friedrich von Schiller)

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Du mein Gedanke

So wie die Blume sich hinter dem Rasen verbirgt, hatte ich heute eine Melodie im Kopf, die mich nicht mehr losließ. Wie ein Bild, das sich nicht wegwischen lässt, ein Geruch, den man immer noch wahrnimmt, obwohl längst Stunden her, das Gefühl eines Augenblicks, der längst vergangen ist. Immer wieder und immer mächtiger wollte diese Melodie heraus. Später in der Nacht ist dann Du mein Gedanke entstanden. Zum Teil spielen die Instrumente die Melodie versetzt, so wie auch Gedanken nie klar sind, nie nur in eine Richtung gehen. Ein Gedanke setzt sich fest, reißt sich los. Wie viele Gedanken sind verloren in der Zeit und wären es doch so wert, ein weiteres mal gedacht zu werden. Ich gedenke der ungedachten Gedanken und derer, die noch gedacht werden.

Meine Musik im Video

A BETTER DAY - Videoentertainment Produktion
Mein lieber Freund Norbert verbreitet mit seinen "Gedankenfilmen" positives Gedankengut und hat einige meiner Stücke verwendet. Seine Bilder sind friedlich und beruhigend, er hat ein Händchen für Landschaft, Natur und Licht. Ich freue mich, wenn durch meine Musik Kraft und Energie geschöpft werden kann.

Weitere Gedankenfilme und vieles andere findet Ihr auf seinem
Youtube-Kanal oder bei Facebook.






























Es gibt auch ein gemeinsames Projekt. Unter dem Label "Norberts Städte und Ländertouren" portraitiert Norbert verschiedene Städte und stellt Reiseberichte vor. Er stellte mir freundlicherweise einen Film über eine Reise zu den Meerestieren in Mexico, Baja Califonia Sur zur Verfügung. Ich habe dann die Bilder mit einer einzigen Klavieraufnahme begleitet. Erst nach fünf Minuten wurde mir klar, was es bedeutet, über sechs Minuten lang nach Bildern zu improvisieren.




Aufbruch

Klavier und Fagott, kombiniert zu einem neuen Lied. Das Lied Aufbruch mit zarter Streicher- und Harfenbegleitung führt eine Melodie fort, die immer wieder in meinen Gedanken auftaucht und heraus kommt, wenn ich mich an das Klavier setze. Jeder Aufbruch, jeder neue Weg ist auch ein Abschied und manchmal führt der Weg wieder an den Anfang zurück.