Montag, 4. Oktober 2010

Arbeitsweg I

Der Weg zur und von der Arbeit, dieses griesgrämige und gleichförmige dahinschleppen, unterbrochen nur von den kleinen Gedankenspielen die wohl jeder ausgrübelt, um der Langeweile zu entfliehen. Bei mir fangen diese mit der ersten Verkehrsampel an.



Ampellotto:
Ich fahre mit der S-Bahn zur Arbeit, muss also einen Fußweg absolvieren um diese zu erreichen. Immer bei der ersten Ampel auf diesem Weg spiele ich Lotto. Es ist eine Fußgängerübergangsampel, das heißt ich kann mit einem Knopfdruck den gesamten Straßenverkehr für kurze Zeit anhalten. Diese Machtinstrument ermöglicht mir mein erstes kleines Spiel. Wenn die Ampel nach dem Knopfdruck auf rot springt, entscheidet das Auto an der Haltelinie, ob ich gewonnen oder verloren habe. Vorher überlege ich mir, ob gerade oder ungerade gewinnt. Das füllt meistens schon die Gedanken des Fußwegs bis zur Ampel. Dann fällt mein Blick auf das Kennzeichen des ersten stehenden Fahrzeugs und dort die erste Zahl. Wenn ich gewinne, gehe ich über die Ampel, wenn ich verliere, muss ich die Straße einige Meter weiter ohne die erzwungene Verkehrsunterbrechung überqueren. Oft winke ich den Gewinnerfahrer/innen zu, doch die meisten würdigen mich keines Blickes oder überlegen krampfhaft, ob wir uns kennen. Aber das Bedanken für den ersten Gewinn des Tages gehört einfach zu den guten Umgangsformen dazu.

„Das Spiel ist die höchste Form der Forschung“ (Albert Einstein)

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