Donnerstag, 7. Oktober 2010

Handy vergessen

Heute ist es mir wieder passiert. Meine Frau hat mich in der Firma angerufen, um mir zu sagen dass ich mein Handy vergessen habe. Welch eine Freude! Endlich einmal nicht erreichbar. Kein Klingeln in unpassenden Situationen, keine Gespräche, die sich darum drehen, wann wer wo ist, oder wann wer wohin kommt.

Wirklich gebraucht habe ich das Ding eigentlich noch nie. Bei meinem großen Autounfall war der Akku alle, so dass ich von einer Kneipe in der Nähe den ADAC angerufen habe. Da hätte ich es brauchen können und trotzdem auch ohne überlebt. Sicher gibt es Situationen wo das Handy sinnvoll ist, für Außendienstmitarbeiter in Firmen inzwischen unerlässlich, aber der Normalverbraucher braucht es einfach nicht. In meiner Umgebung hat jeder zweite ein IPhone, diesen schweren Knochen, mit dem kaum einer telefoniert, sondern die vielen kleinen Helferlein benutzt, die dort Apps heißen. Früher haben wir mit dem Wort das Alan Parsons Project verknüpft, schade dass es jetzt mit diesen zu 99 % sinnlosen Mini-Programmen zum Maxipreis assoziiert wird. Wie muss sich erst der Musiker und Objektkünstler Kurt App fühlen, wenn sein Name ständig mit irgendwelchen Softwareschnipseln, die Pupsgeräusche oder Kerzenlichtflackern nachahmen, in Verbindung gebracht wird. Bisher konnte ich mich also erfolgreich der SmartPhone Geräte-Generation entziehen, weder das IPhone noch ein Andriod, oder WindowsPhone nenne ich mein eigen. Als die ersten PDAs raus kamen war ich sofort voll dabei, erst Palm, später dann ein Sony Clié. Doch irgendwie haben die Geräte meinen Alltag bestimmt, dauernd erinnerten sie mich an Termine, die ich mir vorher einfach gemerkt habe. Und dann das lästige Synchronisieren mit dem PC ging mir auch schnell auf die Nerven. Schließlich habe ich wieder auf althergebrachte Weise meine Termine in einen Kalender eingetragen, der zwar im Laufe des Jahres zerfleddert, aber wenigstens keinen Strom verbraucht. Gerade blättere ich ihn durch und sehe, dass meine Tochter heute einen Zahnarzttermin hat. Ich werde sie schnell mal anrufen und kurz Bescheid sagen, oder eine SMS schicken, wo ist denn bloß mein Handy?

„Für Leute, die Frieden und Stille lieben: die telefonlose Schnur.“ (Unbekannt)

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