Donnerstag, 14. Oktober 2010

Herbstgedanken

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Wenn die Blätter sich verfärben, die Mücken verschwinden, die Sonne am Abend in diesen wunderschönen Farben leuchtet und die Temperaturen langsam sinken, so dass das erste Eis an den Autoscheiben gefriert.


Was wurde der Herbst schon in Gedichten beschrieben und in Liedern besungen. 13.400.000 Suchergebnisse finden sich alleine bei Google zum Thema. Ich verbinde mit dem Herbst Gerüche, Farben und Geräusche. Laub hat einen eigenen Geruch, eine Mischung aus Erde und dieser Quintessenz aus der Verwesung der Blätter. Als Kind war es immer ein Vergnügen mit den Füßen durch die bodenbedeckende Schicht zu schlenzen und die Blätter aufzuwirbeln. So wurde auch der Geruch verteilt und senkte sich erst langsam mit dem herab fallenden Laub. Wenn ich heute an einem Laubhaufen vorbeigehe, atme ich diesen intensiven Kindheitshauch ein und freue mich. Wenn es denn noch Laubhaufen geben würde. Der faule Mensch hat auch hier eine Lösung gefunden, die Arbeit zu maschinisieren. Den Laubpuster/sauger, Hausmeisters Liebling. Immer öfter sieht man Menschen mit Kästen auf dem Rücken, die mit einem ohrenbetäubenden Lärm das Laub weg pusten oder in winzige Säcke einsaugen. Überdimensionierte Föhne verrichten den Job, den früher eine Harke und die menschliche Arbeitskraft in wenigen Minuten geschafft haben. Von der Energieverschwendung abgesehen, ist die Umweltverschmutzung durch Lärm noch schlimmer. Wie laut muss es erst sein, so einen Kasten direkt am Ohr umgeschnallt zu haben? Doch nur selten sehe ich Gehörschützer an den Ohren der bedauernswerten Menschen, die die Straße föhnen oder absaugen. Wer hätte gedacht, dass man sich mit Laubentfernung die Ohren kaputt machen kann. In dieselbe Kerbe der dümmsten Gartengeräte schlagen auch die Unkrautverbrenner. Gasbetriebene Flammenwerfern, die das Unkraut in den Fugen von Gehwegplatten weg brennen. Mit fauchenden Geräuschen werden da unschuldige Halme mit züngelnden Flammen verbrannt, die Wurzeln bleiben erhalten und können weiter wachsen, während auf der Oberfläche alles "sauber" aussieht. Schon öfter war ich drauf und dran die Feuerwehr zu rufen wegen des Brandgeruchs, der leider die schönen Herbstaromen überdeckt.

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